Was war euer Anlass, ein eigenes Business auf die Beine zu stellen? Die Geschichte von „Ein guter Plan“ begann mit einem Burnout und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der erfolgreichsten deutschen Marken für Achtsamkeit, Selbstreflexion und nachhaltige Papeterie.

2015 wollte Gründer Jan Lenarz nach seiner Therapie die Erkenntnisse, die ihm geholfen hatten, nicht in einem klassischen Ratgeber festhalten. Ob er damals damit gerechnet hatte, einst Deutschlands beliebteste Marke für Achtsamkeit, Selbstreflexion und Burnout-Prävention zu etablieren?

Gegen den Leistungsdruck

Jan Lenarz hatte die Idee eines Terminkalenders, der nicht nur Termine organisiert, sondern auch den Menschen dahinter im Blick behält. „Wir wollen mit Kalendern, Journals und Arbeitsbüchern Achtsamkeit, Selbstreflexion und Burnout-Prävention in der Gesellschaft etablieren“, beschreibt der Berliner Verlag seine Mission heute. Schon der erste Kalender setzte bewusst einen Kontrapunkt zur klassischen Selbstoptimierung. Statt immer effizienter werden zu wollen, sollte er helfen, die eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen.

Ehrlichkeit statt Zuckerwatte

„Mir war von Anfang an wichtig, dass wir Achtsamkeit nicht als seichten Wellnesstrend verstehen. Fokuss und später auch Ein guter Plan sollte eine Verweigerungshaltung transportieren und dem deutschen Leistungsdruck etwas entgegensetzen“, erklärt Gründer Jan Lenarz. Diese Haltung zieht sich bis heute durch alle Produkte. Der Verlag wirbt ausdrücklich mit „Achtsamkeit ohne Kitsch und Klischees“ und grenzt sich von oberflächlichen Motivationssprüchen ab: „Keine Heile-Welt-Zuckerwatte-Achtsamkeit, keine Postkartensprüche, kein ›good vibes only‹.“

Überraschender Crowdfunding-Erfolg

Was zunächst als kleines Eigenprojekt begann, entwickelte sich 2015 überraschend schnell zu einem Phänomen. Gemeinsam mit Unternehmerin Milena Glimbovski startete Jan Lenarz eine Crowdfunding-Kampagne. Geplant waren zunächst 600 Kalender. Doch das Ergebnis übertraf alle Erwartungen: Bereits wenige Stunden nach dem Start war das Finanzierungsziel erreicht. Am Ende wurden rund 12.000 Exemplare vorbestellt und knapp 200.000 Euro eingesammelt – damals das erfolgreichste Crowdfunding für ein Produkt auf Startnext in Deutschland.

Nachhaltigkeit als konsequente Entscheidung

Mit dem Erfolg wuchs auch die Verantwortung. Seit 2019 produziert „Ein guter Plan“ seine Kalender und Bücher konsequent nachhaltig: gedruckt auf 100 Prozent Altpapier, mit Ökofarben auf Pflanzenölbasis, vegan gebunden und ohne Einschweißfolie. Produziert wird in einem deutschen Familienbetrieb. Für dieses Engagement erhielt der Verlag unter anderem eine Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design. Gleichzeitig wurde das reduzierte, funktionale Design mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Red Dot Design Award und dem German Design Award.

Vom Ein-Mann-Projekt zum Verlag

Aus dem ursprünglichen Kalender ist längst ein ganzes Verlagsprogramm entstanden: Journals, Arbeitsbücher, Familienkalender und inzwischen sogar Kinderbücher beschäftigen sich mit Themen wie Gefühlen, Resilienz und mentaler Gesundheit. Gründer Jan Lenarz hat die Geschäftsführung 2025 an Carina Stöwe übergeben und konzentriert sich seitdem wieder stärker auf seine Arbeit als Autor. Die Grundidee bleibt jedoch unverändert: Produkte zu entwickeln, die Menschen im Alltag wirklich unterstützen – ohne Perfektionsdruck. „Das neue Ziel lautet: den Erfolg wertschätzen und weiter gute Arbeit leisten, ohne sich selbst oder das Konzept auszubeuten“, so der Verlag selbst.

Aufmerksam durchs Leben

Auch wenn „Ein guter Plan“ heute weit mehr ist als ein kleines Start-up, ist die ursprüngliche Idee noch immer spürbar. Hier entstehen keine gewöhnlichen Kalender, sondern Werkzeuge für einen bewussteren Alltag. Gestaltung, Inhalt und Produktion folgen einer gemeinsamen Haltung: weniger Stress, mehr Selbstreflexion und möglichst nachhaltiges Handeln. Vielleicht ist genau das das Erfolgsgeheimnis von Ein guter Plan: dass hier nicht einfach ein Produkt verkauft wird, sondern eine Einladung, dem eigenen Leben etwas aufmerksamer zu begegnen.

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