„Bewegung belebt“ lautet das Motto von Annette Rawe aus Havixbeck. Ihre Mobilés sind nicht nur Dekoration, sondern fein austarierte Begleiter für den Alltag.
Anzeige

Papier, Farbe und Balance verschmelzen bei Annette Rawe zu schwebenden Kunstobjekten, die Wohnhäuser, Praxen, Treppenaufgänge oder große Lichthöfe verwandeln. Der Ursprung ihrer Kunst liegt in einem einzigen Objekt: einem kleinen Mobilé aus Messing, das ihr Vater ihr im Alter von acht Jahren aus Oberstdorf mitbrachte.
Ein Kindheitsmoment, der alles veränderte
„Ich habe eine handwerkliche Ausbildung gemacht und später Objekt-Design in Aachen studiert. Dabei fragte ich mich oft, wieso keiner Mobilés macht“, erzählt mir Annette. Über Stationen in Holz-, Stein- und Metallbildhauerei fand sie schließlich zu dem Material, das bis heute ihr Markenzeichen ist: Papier. „Aus großen Objekten für die Wand haben sich Formen entwickelt, deren Leichtigkeit den Anstoß dafür gab, diese Gebilde schwebend zu präsentieren“, erinnert sie sich. Damit waren ihre ersten Mobilés geboren.
Papier, Farbe, Licht
Der Herstellungsprozess eines Mobilés ist vielschichtig. Die Künstlerin lötet Formen, bespannt sie mit Papier, bemalt, trocknet, lackiert und versieht sie mit UV-Schutz. Besonders poetisch wirken ihre Stücke, die mit feinem Japanpapier oder handgeschöpften Papieren gestaltet sind. Das Bespannen selbst formt die organische Linie. „Ich bekomme wunderbare Rückmeldungen, Fotos, Filmchen, sogar Briefe aus der ganzen Welt“, berichtet Annette. „Es ist nicht nur die Schönheit der Mobilés – es ist das Thema Balance, Ausgleich, Ruhe, Flow, das die Menschen berührt.“ Die Auswahl umfasst unterschiedliche Größen und Formen, darunter z. B. das kleine Mobile „Wipp Solo“, das filigrane „Little Leaf“ oder das ringförmige „Vicos“.
Spiel aus Farbe, Form und Bewegung
Bis heute sind Mobilés eine Seltenheit im Handel. Umso mehr fällt Annettes besondere Art heraus, mit Material, Linienführung und Technik zu arbeiten: „Ich wüsste nicht, wer noch so arbeitet wie ich mit kleinen Serien, daneben Unikate und Planungen für große Räume“, so die Künstlerin. Genauso vielfältig sind die Einsatzorte: farbenfrohe Mobilés für Wohn- und Arbeitsräume, ruhige Design-Mobilés für Praxisräume und Kinderzimmer, große Installationen für Galerien und Treppenaufgänge, Deckengestaltungen im Gesundheitsbereich oder Objekte für Wintergärten oder als Windspiele im Außenbereich. An all diesen Orten zeigen die Mobiles, „woher der Wind weht und beleben und beflügeln Räume“, wie Anette es beschreibt.
Besondere Geschenkidee
Zu ihren Kunden und Kundinnen zählen junge Familien, ältere Menschen, die sich an die Mobilés aus den 60er Jahren erinnern oder jene, die auf der Suche nach besonderen Geschenken zur Geburt oder Hauseinweihung sind. Ebenso Praxen aus dem medizinischen und therapeutischen Bereich, Krankenhäuser und Hospize, die sich durch die sanfte Bewegung in ihren Räumen Ruhe und Entlastung wünschen. Rund die Hälfte der Arbeiten geht inzwischen ins Ausland.
Zu finden sind Annette Rawes Mobilés in Museumsshops, Galerien, auf Etsy, in ihrem eigenen Online-Shop und vor allem in ihrem Atelier in Havixbeck. Große Unikate und moderne kinetische Objekte zeigt sie nach Absprache in ihrem Showroom in der Altenberger Straße 3. Wer außerdem gerne in ihren Arbeitsprozess eintauchen möchte, kann die Designerin zu den Werkstattzeiten sowie freitags von 14 bis 18 Uhr direkt besuchen. Das kleine Mobile ihres Vater hängt übrigens bis heute in ihrem Arbeitszimmer.
Blick in die Zukunft
Und was plant Annette Rawe in Zukunft? „Einige große Objekte möchte ich unbedingt noch verwirklichen, dafür werde ich verstärkt mit Architekturbüros sprechen. Und ein paar Mobilé-Ideen schlummern noch in der Schublade“,verrät sie mir. Wir dürfen uns also auf neue Entwürfe freuen, die erneut beweisen, wie viel Poesie in einem Stück Papier liegen kann – wenn es die richtige Balance findet.
















