knot on me ist farbenfroh, laut, mutig und politisch. Silvia Obert gründete eine Marke, die nicht nur schmückt, sondern auch Haltung zeigt.

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Silvia, 44 Jahre alt und Psychologin, lebt mit ihrer Familie in Radolfzell am Bodensee und befindet sich aktuell in einer Umorientierungsphase. Die Geschichte von knot on me startet 2018 während ihrer Elternzeit mit Makramee-Blumenampeln.

Große Ohrringliebe

„Ich hatte so viele Pflanzen, dass ich keinen Platz mehr auf den Fensterbänken hatte und hab daher Blumenampeln geknüpft. Und zwar so viele, dass ich einen Shop bei Etsy eröffnet und sie dort verkauft habe.“ Der Name blieb, auch als sich das Label weiterentwickelte – hin zu Ohrringen und Pins aus Polymerton. „Ich habe bislang nicht nur viele interessante kreative Menschen kennengelernt, sondern auch eine ganze Menge über das Handmade Business lernen können.“

Farben, Formen, Dopamin

„Ich liebe es, Farben zu kombinieren. Viele meiner Ohrringe sind mehrfarbig, weil mich das einfach glücklich macht zu sehen, wie Farben sich ergänzen, miteinander harmonieren oder mir manchmal fast schon entgegenschreien: ‚Hier bin ich!‘ Da fließt einfach massenhaft Dopamin durch mein Gehirn“, berichtet mir Silvia. Die Freiheit, sich nicht an vermeintliche Regeln zu halten, ist Teil der DNA von knot on me. „Meine Ohrringe sind nicht classy chic. Und das ist voll in Ordnung. Denn das wären nicht meine Ohrringe.“

Schmuckstücke für Mutige

Ihr Slogan „Schmuckstücke für Mutige“ ist nicht zufällig entstanden. „Er stammt aus der Reaktion einiger Marktbesucherinnen, die vor meinem Stand standen und meinten: ‚Um diesen Schmuck zu tragen, muss man mutig sein!‘“ Und genau darum geht es: „Vielleicht kann ich es schaffen, dass Menschen, die sich vorher nicht getraut haben, neongrüne Ohrstecker oder knallrote Hängeohrringe zu tragen, es einmal ausprobieren. Sich einfach mal trauen, aus der Komfortzone herauszutreten – und sei es nur ein kleines Stückchen.“

Für Silvia ist das Female Empowerment:
„Gerade als Frau, wenn wir mal ehrlich sind. Ich zähle das zu Female Empowerment dazu. Einige meiner Stammkundinnen haben mit kleinen Größen angefangen und tragen heute selbstverständlich große, auffällige Ohrringe. Das freut mich riesig“, strahlt Silvia.

Von Schmuck zum Statement

Doch knot on me ist längst mehr als nur ein Schmucklabel. „Ich habe lange gedacht, dass ich kein politischer Mensch bin. Ich habe lange gedacht, dass es immer ein paar ‚Idioten‘ gibt, die rechts sind, aber dass sich die deutsche Geschichte von 1933 auf keinen Fall wiederholen wird. Tja, ich schätze, ich habe mich geirrt“, erklärt Silvia den Beginn ihrer ersten „NOAFD“-Pins. Heute gehören auch Designs wie „Herz statt Hetze“, „Wir sind mehr“, „Nie wieder“, „FCKNZS“, „Würde unantastbar“, „Sei ein Mensch“ und „Bella Ciao“ zum Sortiment. „Ich will ein Zeichen setzen gegen Rechts, bunt, auffällig und fröhlich wie mein Label es ist. Verspielt, einzigartig und extravagant, aber deswegen nicht weniger ernstzunehmend“, sagt die Gründerin von knot on me.

Ein Teil der Einnahmen geht an das Netzwerk für Demokratie und Courage in Thüringen sowie an das Bündnis Konstanz für Demokratie.

Workshops und Zukunftspläne

2025 gab Silvia außerdem ihren ersten Ohrring-Workshop. „Es macht mir so viel Freude zu sehen, wie Menschen sich kreativ austoben und am Ende glücklich mit etwas ganz Eigenem und Selbstgemachtem nach Hause gehen“, fasst sie ihre Erfahrung zusammen. Auch Anfragen zu Pin-Workshops häufen sich. „Da bin ich noch am Überlegen, wie sich das umsetzen lässt, hab aber definitiv Lust drauf“, schließt Silvia unser Interview ab. Schaut also unbedingt immer mal bei knot on me vorbei!

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Partner des Monats

Papier, Farbe und Balance verschmelzen bei Annette Rawe zu schwebenden Kunstobjekten, die Wohnhäuser, Praxen, Treppenaufgänge oder große Lichthöfe verwandeln. Zu finden sind Annette Rawes Mobilés in Museumsshops, Galerien, auf Etsy, in ihrem eigenen Online-Shop und vor allem in ihrem Atelier in Havixbeck.

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