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Circuit Accessories

„Elektroschrott,der glücklich macht“. Wie das geht, zeigt Roswitha Petersen eindrucksvoll mit ihrem Label Circuit Accessories aus Leipzig.

Ihr sucht eine außergewöhnliche Alternative zum klassischen Mode- oder Goldschmiedeschmuck? Dann seit ihr bei Roswitha genau richtig, denn sie stellt Upcycling-Schmuck aus Leiterplatten her.

Material mit Potenzial

Seit sie denken kann, ist Roswitha, die sich selbst Rosi nennt, ein nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen und Materialien wichtig. „Als ich beim Aufräumen auf eine faszinierende Leiterplatte stieß, ließ mich das Material nicht mehr los. Ich überlegte, was man daraus fertigen könnte, um den Leiterplatten ein zweites Leben zu schenken“. Das war im Jahr 2014.

Erste Schmuckkollektion

Gesagt, getan: Erwartungsvoll entlötete Rosi eine ausgediente Leiterplatte und schliff den Lack ab. „Ich wollte die verborgenen Strukturen der Leiterbahnen sichtbar machen und war begeistert vom Ergebnis: Es sah schmuck aus!“, erzählt Rosi auf ihrer Homepage. Ihre erste winzige Kollektion begeisterte rasch Freunde und Bekannte. Im Umfeld von Elektrotechnik-Begeisterten und Dingfabriklern entstand in Köln schließlich Circuit Accessories.

Einzelstücke mit Geschichte

„Ausgediente und ausgeschlachtete Elektronikteile bleiben aus zwei Gründen häufig längere Zeit liegen: Zum einen handelt es sich um speziellen Müll und man muss ihn anders als Hausmüll gesondert entsorgen. Zum anderen besteht zwischen dem|der Besitzer|in und dem Gerät oder Elektronikteil sehr oft noch eine emotionale Verbindung“, erläutert die Gründerin auf ihrer Hompage. Die damit verbundenen Geschichten geben dem Material zusätzlich eine besondere Bedeutung.

Schmuck für Upcycling-Fans

Auch der Name des Labels bezieht sich auf die ursprüngliche Funktion von Leiterplatten (auf Englisch „Circuit board“); den Stromkreislauf auf einem Brett und damit auch auf das Material. Darüber hinaus spielt er auf den Materialkreislauf an: „Scheinbar wertloses Material erhält bei Circuit Accessories ein zweites Leben“, erklärt Rosi. Gleichzeitig leistet sie mit ihrem Schmuck einen kleinen Beitrag, um den Schrottberg zu reduzieren und generell mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

Unikate aus Elektroschrott

Du möchtest ein Schmuckstück aus deiner alten Platine haben? Kein Problem, denn am meisten Spaß machen Rosi Einzelanfertigungen nach Wunsch des Kunden – so wie rote Manschettenknöpfe zum Beispiel. Für Gutscheine und als Präsentationsmedium für den Schmuck verwendet sie alte Lochkarten, die seit dem 19. Jahrhundert als Speichermedium benutzt wurden. „Diese gehen nun langsam zu Neige und ich suche dringend neue“, sagt sie. Auch ausgediente, unbestückte und bunte (nicht grüne) Leiterplatten zu finden, sowie eine mobile Fräse bauen zu lassen, sind weitere Ziele für die Zukunft.

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